Stirbt ein geliebter Mensch, so stirbt in gewisser Weise auch ein Teil von uns mit ihm. Nie wird uns so radikal bewusst wie beim Tod eines geliebten Menschen, in welcher Beziehung wir zu anderen Menschen und Dingen stehen. Erst jetzt erfahren wir, in welchem Maß der Tod in einer solchen Beziehung uns trifft und nach einer Neuorientierung verlangt. Das Leben ist tödlich. Von wem stammt dieser Satz?
Ich weiß es nicht mehr, aber er ist wahr. Wenn Menschen einen großen Verlust erleiden, wird das ganze Weltverständnis erschüttert. Alles, was ihm vorher vertraut war, wird nun im täglichen Leben zur Qual. Es kommt dem Trauernden oft vor, als habe der Tod all seine Schatten über alles gelegt. Über das Vergangene, über gemeinsame Träume, über Erlebtes.
Der Ausgangspunkt bei der Trauerarbeit schlechthin ist die Schaffung eines neuen Verhältnisses zur Welt. Viele Menschen berichten von einer Ruhelosigkeit, die Besitz von ihnen nimmt. Sie sind erfüllt von einem Drang etwas zu tun, ohne sich sicher zu sein, was sie treibt und wohin. Immerfort sind sie auf der Suche nach etwas.
Um mit der Trauerarbeit beginnen zu können, muss man die Ruhelosigkeit begreifen, das Beziehungsgefüge zur Welt wieder herstellen. Eine Veränderung ist notwendig. Sie muss begriffen, verstanden und auch vorbereitet sein. Ob es uns gelingt, neue Einsichten in unser Weltbild zu bringen oder ob wir an der Trauer zerbrechen und nie mehr aus ihr herauskommen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob wir es verstehen, richtig zu trauern.
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