Zurück in den Alltag? Robert Enkes Biografie

 

Gerade fand ich es auf der Startseite von web.de – es wird eine Biografie geben, die sich mit dem Leben von Robert Enke befasst:  Wir (?) werden sehen, ob sich diese Buch auch fast ein Jahr nach seinem Tod so verkauft, dass wir (!) hier evtl. eine Kritik dazu lesen werden.

Für mich ist das Buch ein “Maß”, um zu erfahren, ob die Welt wieder zur Tagesordnung übergegangen ist.

 Bei Michael Jackson tat sie es weniger und doch ist es auch wahr – das LEBEN geht weiter. Anders für die, die den Gestorbenen näher standen. Dennoch weiter.

Und die, bei denen der Tod eines Menschen etwas berührt hat – wie geht es für die weiter? Mit dem Thema, das da angerührt wurde? Depressionen? (Versehentlicher) Selbstmord? Lebensziele? Einfach “nur” weiter? Oder doch auch anders weiter?

Ronald Reng
Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
Verlag: Piper (September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492054285
ISBN-13: 978-3492054287
Größe: 22 x 14,6 x 4 cm
Seiten: 426
Preis: EUR 19,95

Web.de über die Biografie zu Robert Enkes Leben

Amazon.de – Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben

Robert Enke: Im Tod noch Werbträger

Abschied von einem falschen Heldenideal

Abschied von jemand, der mir nicht viel bedeutet

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7 Kommentare

  • Andrea Amerland Andrea Amerland

    Vielen Dank für den Hinweis auf das Buch. Die Biographie ist bestimmt ein interessanter Lesestoff, keine Frage. Mal schauen, ob ich es mir antue … ;-)

  • Jana Maurer Jana Maurer

    Auf die Frage, ob sich nach dem Tod Robert Enkes etwas verändert hat, gibt es schon jetzt eine Antwort. Steven Cherundolo, Kapitän von Hannover 96 berichtete gestern der Welt am Sonntag, dass innerhalb des Profifußballs kein Umdenken stattgefunden hat. Das harte Bundesliga-Geschäft lasse keinen Platz für seelische Belastungen. Das weiß auch Marco Villa, ehemaliger Bundesliga-Profi und enger Freund Robert Enkes. Sportpsychologen seien lediglich dazu da, noch mehr aus den Sportlern herauszuholen: „Was in den Hintergrund rückt, ist die seelische Belastung“, so Villa. Diese Äußerungen machen nachdenklich und traurig und zeigen, dass das durch Enkes Tod ausgelöste Thema um seelische Erkrankungen elf Monate nach Enkes Tod in den Hintergrund geraten ist und im Leistungssport wohl weiterhin keine oder nur eine geringe Rolle zu spielen scheint.

    Zum vollständigen Artikel:
    http://www.zeit.de/sport-newsticker/2010/10/3/257978xml

  • Diese Woche hatte ich die Enke-Biografie in der Bahnhofsbuchhandlung in der Hand. Und ich habe sie doch nicht gekauft. Stattdessen habe ich zu Christoph Schlingensiefs Krebstagebuch “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!” gegriffen. Das muss auch an dem Titel gelegen haben, der deutlich macht, dass da jemand schreibt, der am Leben hängt. Ob er vor seinem Tod noch loslassen konnte? Weil mich das interessiert (gar nich voyeuristisch, sondern weil ich das Loslassen lernen will), bin ich mit dem Buch zur Kasse marschiert.

    Schlingensief hat seinem Buch ein Zitat des Philosophen Walter Benjamin vorangestellt: “Es gibt für die Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit – und das ist immer die gleiche: der Tod.”

    Das Zitat scheint sehr viel über das Buch auszusagen, so viel steht für mich nach ein paar Seiten Lektüre fest. Schlingensief erklärt, dass er ein Buch über die Sprachlosigkeit des Sterbens schreiben will und fordert die Kirche auf, endlich damit aufzuhören, die Menschen mit den Geheimnissen des Jenseits unter Druck zu setzen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, auch wenn das Ende ja klar ist: Christoph Schlingensief hat den Kampf gegen den Krebs verloren.

    http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462041118

  • Claudia Cataldi Claudia Cataldi

    An dieser Stelle möchte ich mich gern einklinken und ebenfalls ein Buch vorstellen, das im Juli dieses Jahres erschienen ist und mich wirklich berührt hat: Vier minus Drei.

    In ihrem Buch erzählt Barbara Pachl-Eberhart wie sie “vom Verlust ihrer Familie zu einem neuen Leben fand”. Obwohl ihre Situation wohl eine Ausnahme darstellt (sie verliert Mann + beide Kinder), bewegt sie mit ihrer Geschichte offenbar viele Menschen.

    Zunächst stellt sich eine fast ungläubige Bewunderung ein, wie solch eine Erschütterung des eigenen Lebens überhaupt auszuhalten ist – selbst Ehefrau und Mutter. Gelingt es einem aber, dieses ‘Mitleiden’ nach einer Weile beiseite zu schieben, kann die Lektüre des Buches durchaus inspirierend sein und dazu befähigen, sich selbst und das Leben nicht allzu tragisch zu nehmen.

    Letztlich ist es ein Lebensausschnitt einer Frau, die das Leben genug (besser: auf eine besondere Art!) liebt, um nicht an ihrem Schicksal zu zerbrechen.

    http://www.vierminusdrei.com/

  • [...] schrieb ich einen Beitrag auf der Abschiedsvorstellung mit dem Titel „Zurück in den Alltag? Robert Enkes Biografie. Ich zitiere mich mal selbst mit meinen dort gestellten Fragen: …die, bei denen der Tod [...]

  • Stefan L.* Stefan L.*

    Der Profisport ist viel zu sehr damit beschäftigt, die Menschen von den alltäglichen Problemen abzulenken. Da hat sowas wie Menschlichkeit und Mitgefühl wenig Platz. Sportler sind doch nur noch Ware, die hin und her geschoben werden, dorthin, wo das meiste Geld fließt. Und wenn du den Preis nicht Wert bist wirst du auf´s Abstellgleis gestellt. Wer wird da nicht depressiv bei dem Druck?
    Themen sind eh nur so lange ein aktuell, solange sie in der Öffentlichkeit und in den Medien präsent sind. Wie schnell ist so ein Fall wie bei Robert Enke in Vergessenheit geraten.
    Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Bin zwar kein Profisportler, aber leide seit Jahren unter Depressionen. Hatte sogar während psychologischer ambulanter Behandlung einen Suizidversuch. Bin nur durch rechtzeitiges Auffinden noch am Leben. Ich weiß noch nicht mal, ob ich glücklich darüber bin. Es war immerhin schon mein 3. Versuch. Fälle von Depressionen sind sehr individuell. Ich bin jetzt schon eine längere Zeit in Behandlung und ich kann nicht garantieren, dass ich beim nächsten Tiefschlag meinem Leben nicht wieder ein Ende setzten werde. Jeder geht anders mit psychischem Druck um. Was für den einen eine Kleinigkeit darstellt und diese mit links meistert, stellt den Anderen vor eine tiefe Kriese.
    Ich habe dieses Buch über Robert Enke noch nicht gelesen, was ich aber auf jeden Fall noch machen werde. Dieses Thema ist natürlich für mich höchst interessant, weil ich Parallelen suche um mich besser zu verstehen und evtl. dadurch länger lebe.

    *Stefan L. hatte hier seinen vollständigen Namen angegeben, um seine Persönlichkeit zu schützen, haben wir den Nachnamen abgekürzt,

  • Etolm Etolm

    Vorgestern habe ich im Wartezimmer einen (fast) aktuellen Stern wahrgenommen. Darin gibt es anlässlich des 1. Todestages von Robert Enke ein mich überrascht habendes Titelthema:

    20 Geschichten von Menschen, die depressiv waren (oder sind?) und viele Randinformationen. Einiges davon ist derzeit auch online verfügbar:
    http://www.stern.de/gesundheit/depression-gesichter-einer-volkskrankheit-1616601.html

    Der Stern ist offenbar am 3.11. erschienen – im Internet nachbestellbar, wenn ich das richtig sehe, sicher aber auch in der Bibliothek mindestens als Leseexemplar vorhanden.

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