Heute früh kam es im Radio: Vor einem Jahr starb Michael Jackson. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb hier auf dem Abschiedsvorstellungsportal die “alten” Artikel wieder auf der ersten Seite zu finden sind? Wie auch immer. Es gibt Radiosender, die erklären diesen Tag zum Michael-Jackson-Gedenktag und reden den ganzen Tag über ihn, spielen die von ihm gesungenen Lieder und halten die Erinnerung wach.
Ich sehe am Todestag meiner Mutter zu, gut für mich zu sorgen. Wenn es möglich ist, gehe ich auf den Friedhof. Da das jedoch keine Tagesbeschäftigung ist, schaue ich, dass ich den Tag so bewusst wie möglich verbringe. Beim Schreiben fällt mir auf, dass es inzwischen tatsächlich der Todestag ist, wo ich besonders sorgfältig schaue, gut für mich zu sorgen. Dabei gehe ich genau so an ihrem Geburtstag auf den Friedhof. Meine Mutter hat also mehrere Ge-DENK-Tage. Wobei es auch nach all der Zeit keinen Tag gibt, an dem ich nicht an sie denke. Was ist also anders an solchen Tagen?
Ich gehe auch sonst auf den Friedhof – seltener als im ersten Jahr, aber doch noch öfter als nur zu solchen “offiziellen” Ge-DENK-Tagen. Meistens bringe ich keine Blumen mit, egal, um welchen Tag es sich handelt. Statt dessen bringe ich eine Kerze mit. Früher brannte häufiger eine Kerze daheim – vor allem im Winter. Jetzt zünde ich Kerzen fast nur noch auf dem Friedhof und im Advent an.
Wie verbringt Ihr, wie verbringen Sie solche “besonderen” Tage? Was sind besondere Tage für Sie? Der Geburtstag? Der Todestag? Oder sind es eher Orte? Der Friedhof? Oder ein Ort, wo die verstorbene Person (gern) war?






















Ja, genau – weil sich der Todestag von Michael Jackson jährt, habe ich die Abschieds-Blog-Beiträge aus dieser Zeit wieder auf die Startseite gesetzt – als Rückblick und Erinnerung. Dass zum Beispiel SWR3 diesen Tag zum Michael-Jackson-Tag erklärt hat und heute den ganzen Tag seine Musik spielt, habe ich heute morgen im Radio erfahren …
Gedenktage sind für mich wirkilich Tage, an denen ich an Menschen denke, die verstorben sind – bei mir sind es die Geburtstage genauso wie die Todestage. Anfang und Ende. Dazu muss ich nicht unbedingt auf den Friedhof gehen und Blumen niederlegen. Ich sehe mir zum Beispiel Fotos an.
Naja – da ich täglich an meine Mutter DENKE, scheint es auch bei mir so zu sein, dass ich DAFÜR nicht auf den Friedhof muss
. Mir kam es eher auf die Frage an, ob solche Tage dann irgendwie (wenn ja, wie) genau so besonders gestaltet werden von Anderen wie von mir.
Eine Freundin hat z.B. den Friedhof in Laufnähe und denkt trotzdem (?) täglich an ihre Mutter und geht noch seltener als ich dorthin. Sie hat oft eine Kerze an einem Foto ihrer Mutter brennen, unabhängig davon, ob nun gerade ein Ge-DENK-Tag ist.
Ach so – es geht also mehr um individuelle Rituale? Abschieds-, Trauer- oder Gedenkrituale? Das ist eine interessante Frage.
Meine “Gedenktage” beginnen 365 x im Jahr.
In meinem Schlafzimmer steht ein kleiner Altar mit einem Foto meiner Lieben, die hinübergegangen sind.
Mein Morgen beginnt mit dem Anzünden eines Teelichtes, eines Gebetes, eines Gedichtes, eines Liedes, oder auch nur mit einem Danke!