Ich las neulich, dass Elisabeth Noelle-Neumann 93-jährig gestorben sei. Das erinnert mich daran, dass ich seinerzeit viel Mühe hatte mit den Formulierungen rund um das Gestorben sein meiner Mutter. Es hat eine Weile gedauert, bis ich formulieren konnte, dass sie tot ist. Es schien so viel “endgültiger” (end-gültiger?) als zu sagen, dass sie gestorben sei. Sterben erlebte ich als zeitlich begrenzten Prozess und so auch das “Gestorben sein”.
Es war ja so, dass meine Mutter sehr krank war und deshalb war das Gestorben sein bei allem Schmerz, den sie uns hinterlassen hat, auch eine Erlösung für sie – von ihren Schmerzen. Ich durfte sie sterbebegleiten. Auch das war ein Prozess. Er endete mit ihrem Tod. Jedes Leben endet mit dem Tod. Jedes Leben ist ein Prozess. Vom “Sonderfall” des Suizids abgesehen bestimmen wir zumindest in Deutschland wohl nur sehr selten über das Ende eines Lebensprozesses.
Ich will allerdings hier keine Diskussion über (Ehren-)Morde oder Unfälle führen. Es geht mir – wieder mal – um die Frage nach dem jeweiligen Sprachgebrauch – wie schon im Juni vergangenen Jahres auf diesem Blog. Ist Sterben wirklich ein (steuerbarer) Prozess? Tot sein ist ganz sicher kein “Prozess”, mal abgesehen von dem bei Erdbestattungen statt findenden Prozess, über den ich lieber auch nicht wirklich nachdenken will.
Eine Tante von mir wollte schon viel früher ihrem “Mann nachfolgen” – und “musste” mehr als 20 Jahre darauf warten, sterben zu dürfen – so hat sie es erlebt und erzählt. Wenn jemand wie Frau Noelle-Neumann 93 Jahre lebt – war sie bereit zu sterben – wollte sie sterben? Wurde ihr das Sterben zuteil, weil das Sterben nun mal zum Leben dazu gehört? Wie haltet Ihr es – wie halten Sie es – mit den Wörtern rund um das “Tabuthema”?






















[...] verharmlost das Geschehene irgendwie. Und doch ist natürlich auch das erlaubt – so wie meine Überlegungen, wie lange es dauerte, bis ich von meiner Mutter nicht mehr als „gestorben“ redete, sondern als [...]