Schneewittchen im gläsernen Sarg – das ist ein schön-trauriges Bild an das wir uns seit Kindertagen erinnern. In den Kinder- und Hausmärchen (KHM) von den Brüdern Grimm vergiftet die böse Königin Schneewittchen. Die Zwerge bahren das wunderschöne Mädchen, das aussieht als ob es schliefe, in einem gläsernen Sarg auf. Ob auch Margarethe von Dänemark dieses Bild im Kopf hatte als sie jetzt einen Sarg aus Glas in Auftrag gab?
Dänemarks Königin Margarethe II. ist fast 70 Jahre alt. Das ist ein typisches Alter, um darüber nachzudenken, wie die letzte Ruhestätte aussehen soll. Beim Bestattungsort hat sie kaum eine Wahl. Eine Kapelle im Dom von Roskilde, rund 30 Kilometer von Kopenhagen gelegen, dient der dänischen Königsfamilie seit über 1000 Jahren als Grablege. So ist dort der kunstvoll aus weißem Marmor (vermutlich) und Gold gefertigte Sarkophag Margarethe I., Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden (1353–1412) zu finden. Unzählige Grabplatten bedecken den Kirchenboden. Viel Spielraum für Individulaität gibt es an diesem traditionsreichen Bestattungsort nicht.
Aber mit dem Sarg kann das Regentenpaar einen persönlichen Akzent setzen, Margarethe II. sich einen Kleinmädchentraum verwirklichen: Ruhen wie Schneewittchen im Märchen. Bislang gibt es nur ein Modell von dem gläsernem Sarg, dass der Bildhauer Bjørn Nørgaard fertigte. Im Original soll das Prachtsstück rund 3,30 Meter lang sein, ein modernes Design haben und aus einem Glas bestehen, das nur die Silhouetten der Verstorbenen durchscheinen lässt.
Das klingt schon ein bisschen nach modernem Reliquienkult. Auch wenn sich Margarethe und ihr Mann Hendrik nach wie vor bester Gesundheit erfreuen, haben sie nicht nur für ihre eigene Bestattung vorgesorgt, sondern auch für die Zukunft des Doms in Roskilde und des Königreichs. Denn eines ist schon jetzt gewiss: Der Schneewittchensarg wird eine Besucher-Attraktion in Dänemark werden, weit über das Ende ihrer Tage hinaus.
Wikipedia: Margarethe II. (Dänemark)
Robert Enke: Im Tod noch Werbeträger





















