“Du kannst bald die Radieschen von unten bewundern” – mit diesem Satz haben wir uns als Kinder häufig gefoppt, ohne uns der Pietätlosigkeit bewusst zu sein. Aus einem albernen Spaß voller schwarzen Humors wird nun voraussichtlich Ernst. Heute bin ich über die Meldung gestolpert, dass ein Ökobauer aus England demächst Gemüsegräber anbieten möchte. Guten Appetit!
Ein Gemüsegarten über dem Grab – das soll ab 2010 in der südenglischen Grafschaft Somerset möglich werden. Öko-Bauer Richard Sibley (63) aus Cleeve will Menschen die Möglichkeit geben, ihre Verstorbenen auf seinem Grundstück zu beerdigen und anschließend Gemüse darauf anzubauen. Voraussetzung: Es darf nur in Weidesärgen beigesetzt werden. Den etwas anderen Gemüsegarten gibt es natürlich nur gegen Gebühr, berichtet die BBC. “Diese Idee findet vielleicht nicht bei jedem Anklang”, sagte Sibley dem Sender.
Damit hat er vermutlich recht – denn mir ist bei dem Gedanken, Salat vom Grab meiner Eltern, Großeltern oder Geschwister zu ernten, doch etwas blümerant. Rund 1.500 Euro soll die Beisetzung kosten, für die Pflanzung sollen pro Monat etwa 14 Euro fällig werden. Derzeit verhandelt Sibley noch mit Bestattungsunternehmen über die Umsetzung und wartet noch auf die Genehmigung durch die Behörden.
Seine Aussichten auf Erfolg stehen nicht schlecht, da die Bestattungsgesetze in England viel liberaler sind als hierzulande. Dort darf beispielsweise die Asche Verstorbener in der freien Natur, an Plätzen, die dem Verstorbenen gefielen, einfach ausgestreut werden, was inzwischen schon zu Problemen geführt hat. Manche Wiesen sind mit einem Aschefilm überzogen.
Meldung: Umweltprobleme durch verstreute Asche.
Doch die eigentliche Frage lautet: Wollt ihr euch tatsächlich die Radieschen von unten anschauen?
Sollen Möhren, Erbsen, Kohl und Zwieblen auf euren Gräbern wachsen? Kommentare und Diskussion ausdrücklich erbeten!




















