Holzmännchen, © pixelio.de/s. hofschlaeger
Obwohl ich nicht gerade der größte Silbermond-Fan bin (die Sängerin übertreibt meiner Meinung nach das ein oder andere Mal mit den Betonungen…), bleiben mir immer wieder Texte und Lieder von dieser erfolgreichen deutschen Band im Kopf. Auch das übertrieben gejaulte „Sicherhaiiit“ aus „Irgendwas bleibt“ hat dem keinen Abbruch getan.
Im aktuellen Lied “Ich bereue nichts” verzichtet die Sängerin glücklicherweise an den meisten Stellen auf derartige Kapriolen. Der Text ging mir heute den ganzen Tag im Kopf rum und auch die Melodie gefällt mir: Traurig, ein bisschen wehmütig und doch vor allem energisch treibt die Sängerin die Worte voran.
Beim Hören stelle ich mir eine Beziehung vor, die von Beginn an nicht unter dem besten Stern steht und schlussendlich – beinahe wie zu erwarten – scheitert. Das Besondere dabei ist die Erkenntnis, welche hier gezogen wird: Man akzeptiert, dass es “für uns nicht reicht” und steht gleichzeitig fest hinter den Entscheidungen, die man für die Beziehung getroffen hat: “Es war doch nichts umsonst”.
Ich habe selten einen Text zu diesem allseits beliebten Thema “Beziehungsende“ gesehen und gehört, bei dem es nicht darum geht, den anderen zu diffamieren, sich in Selbstmitleid zu baden und alles gemeinsam Erlebte schnellstmöglich aus dem Gedächtnis streichen zu wollen. Es wäre doch schön, wenn man viel öfter mit solch einem Gefühl, wie es die Band hier vermittelt, auseinander gehen könnte – ein akzeptierter Abschied, der einem allein durch die gewonnenen Erfahrungen und die Erinnerung an eine schöne Zeit wertvoll erscheint. Aber vielleicht braucht dieses Akzeptieren auch einfach seine Zeit – oder was meint ihr?
Silbermond – Ich bereue nichts
Ich halte deine Hand, so lange wie ich kann
Und trete die letzte Runde an
Wir haben’s beide gewusst und doch verdrängt bis zum Schluss
Dass man die Zeit nicht besiegen kann
Vielleicht wäre es besser, es wär so nie passiert
Doch vielleicht ist so ein feiges Wort
Wir haben immer gekämpft und kein Sandkorn verschenkt
Und jetzt stehn wir hier
Und ich bereue nichts
Nicht einen Schritt, nicht einen Augenblick davon
Auch wenns verloren ist
Auch wenns für uns nicht reicht
Es war doch nichts umsonst
Bereue nichts davon
Nichts davon
Die Zeit läuft gegen uns, das letzte Korn fällt stumm
Und langsam ist die Runde um
Wir haben auf Sand aufgebaut, das hat uns viel Kraft gebraucht
Doch alles davon, war es mir wert
Und ich dank dir für jeden Tag bei dir
Denn ich bereue nichts
Nicht einen Schritt, nicht einen Augenblick davon
Auch wenns verloren ist
Auch wenns für uns nicht reicht
Es war doch nichts umsonst
Nicht umsonst
Ich bereue nicht ein falsches Wort, nicht einen Augenblick
Ich nehme keinen Schritt zurück
Denn ich bereue nichts
Ich bereue nichts
Ich bereue nichts
Nichts davon
Ich bereue nichts
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