Ein One-Hit-Wonder über den Abschied

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Im April 1974 erklomm ein Song des britischen Sängers Terry Jacks die internationalen Hitparaden, der mir immer wieder unter die Haut geht. Was für ein Abschiedslied! 23 Wochen hielt sich die Nummer “Seasons in the sun”, die in ihrer Urversion vom französischen Liedermache Jaques Brel stammt, in den ersten 10 Hitparadenplätzen. Brel hatte das Lied unter dem Titel “Le Moribond” – der Sterbende geschrieben, Jacks machte daraus eine vermeintlich sonnige Version, zumindest die Musik klingt leicht und fröhlich.

 

Vom kanadischen Songschreiber Terry Jacks hatte man zuvor nur wenig gehört und auch danach tauchte er wieder unter, sein Lied aber kennt seit 35 Jahren fast jeder. Sobald  die ersten Töne oder eine Textzeile daraus hörbar werden. “Goodbye papa it’s hard to die, when all the birds are singing in the sky”. Ich bekomme immer Gänsehaut wenn ich das höre. Es ist hart zu sterben, wenn draußen die Vögel singen, wenn der Frühling kommt. Traurig schön. Der Protagonist verbschiedet sich in jeder Strophe des Songs von wichtigen Menschen in seinem Leben. Freunde, Eltern, seine Tochter, wie schwer es sein muss all diese Menschen bewusst zurück zu lassen und was für ein Geschenk, dass er sich verabschieden kann.

Terry Jacks – Seasons in the sun

Goodbye to you my trusted friend
we’ve known each other
since we were nine or ten
together we’ve climbed hills and trees
learned of love and ABCs
skinned our hearts
and skinned our knees

Goodbye my friend
it’s hard to die
when all the birds are singing in the sky
now that the spring is in the air
pretty girls are everywhere
think of me and I’ll be there

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the hills that we climbed
were just seasons out of time

Goodbye papa please pray for me
I was the black sheep of the family
you tried to teach me right from wrong
too much wine and too much song
wonder how I got alone

Goodbye papa it’s hard to die
when all the birds are singing in the sky
now that the spring is in the air
little children everywhere
when you see them I’ll be there

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the wine and the song
like the seasons have all gone

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the wine and the song
like the seasons have all gone

Goodbye Michelle my little one
you gave me love
and helped me find the sun
and every time that I was down
you would always come around
and get my feet back on the ground

Goodbye Michelle it’s hard to die
when all the birds are singing in the sky
now that the spring is in the air
with the flowers everywhere
I wish that we could both be there

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the stars we could reach
were just starfish on the beach

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the stars we could reach
were just starfish on the beach

We had joy we had fun
we had seasons in the sun
but the wine and the song
like the seasons have all gone

All our lives we had fun
we had seasons in the sun
but the hills that we climbed
were just seasons out of time

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5 Kommentare

  • Lucida Lucida

    Habe zum ersten Mal den Text bewusst wahrgenommen, das Lied kennt mensch ja schon lange… Das treibt einer ja die Tränen in die Augen!!! Mache mich mal auf die Suche von Brels Original, das interessiert mich jetzt auch.

  • etolm etolm

    Danke auch für diesen Beitrag – und vor allem für den Kommentar. Erst dadurch nahm ich den Namen “Brel” wirklich wahr in diesem Beitrag. Klaus Hoffmann hat vor einigen Jahren auch mal Lieder von Brel vertont und übersetzt. So gibt es auch von ihm eine Fassung, die diesen Text zur Grundlage hat:

    http://www.lyricstime.com/klaus-hoffmann-adieu-emil-lyrics.html

    Ich höre GERN Klaus Hoffmann – und manchmal kommt auch das hier erwähnte “Original” – dann höre ich immer wieder “it’s hard to die
    when all the birds are singing in the sky now that the spring is in the air with the flowers everywhere” und wundere mich, weil ich es auf Deutsch kenne – auch die Melodie ist sehr ähnlich. Seit meine Mutter tot ist, frage ich mich beim Hören immer wieder, ob das Sterben wirklich härter im Frühling ist als im Herbst.

  • Lucida Lucida

    Die Version, die Jacques Brel gesungen hat, ist nochmal eine Überraschung! Sie hat nicht den eher sanften, melancholischen Charakter von Terry Jacks’ Version, sondern sie ist mal freundlich, mal ironisch, mal versöhnlich; er singt sie wohl auch auf eher ruppige Art. Ich hab sie gestern Nachmittag mal übersetzt, weil ich sie so spannend finde:

    Le Moribond (© Barclay – Ed. Pouchenel)
    Der Sterbende

    Leb wohl, Emile, ich hatte dich gern,
    Leb wohl, Emile, ich hatte dich gern, weißt du,
    Wir haben den gleichen Wein besungen,
    Wir haben die gleichen Mädchen besungen,
    Wir haben den gleichen Kummer besungen.
    Leb wohl, Emile, ich sterbe bald.
    Im Frühling zu sterben ist hart, weißt du,
    Aber ich gehe mit Frieden in meiner Seele zu den Blumen,
    Und weil du ein lieber guter Kerl bist,
    Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst.
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Ich möchte, dass ihr wie verrückt Spaß habt,
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Wenn ihr mich in die Grube legt.

    Leb wohl, Pfarrer, ich hatte dich gern,
    Leb wohl, Pfarrer, ich hatte dich gern, weißt du,
    Wir waren nicht auf der gleichen Seite,
    Wir waren nicht auf dem gleichen Weg,
    Aber wir suchten den gleichen Hafen.
    Leb wohl, Pfarrer, ich sterbe bald.
    Im Frühling zu sterben ist hart, weißt du,
    Aber ich gehe mit Frieden in meiner Seele zu den Blumen,
    Und weil du ihr Vertrauter warst,
    Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst.
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Ich möchte, dass ihr wie verrückt Spaß habt,
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Wenn ihr mich in die Grube legt.

    Leb wohl, Antoine, dich hatte ich nicht gern,
    Leb wohl, Antoine, dich hatte ich nicht gern, weißt du.
    Es bringt mich um, heute zu sterben,
    Während du noch so richtig am Leben bist
    Und selbst die Langeweile überdauerst.
    Leb wohl, Antoine, ich sterbe bald.
    Im Frühling zu sterben ist hart, weißt du,
    Aber ich gehe mit Frieden in meiner Seele zu den Blumen,
    Und weil du ihr Liebhaber warst,
    Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst.
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Ich möchte, dass ihr wie verrückt Spaß habt,
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Wenn ihr mich in die Grube legt.

    Leb wohl, meine Frau, ich hatte dich gern,
    Leb wohl, meine Frau, ich hatte dich gern, weißt du,
    aber ich nehme den Zug zum lieben Gott.
    Ich nehme den Zug, der vor deinem kommt,
    Aber wir nehmen alle den Zug, der gerade dran ist.
    Leb wohl, meine Frau, ich sterbe bald.
    Im Frühling zu sterben ist hart, weißt du,
    Aber ich gehe mit geschlossenen Augen zu den Blumen, meine Frau,
    und weil ich sie oft geschlossen hielt,
    weiß ich, dass du dich um meine Seele kümmern wirst.
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Ich möchte, dass ihr wie verrückt Spaß habt,
    Ich möchte, dass ihr lacht,
    Ich möchte, dass ihr tanzt,
    Wenn ihr mich in die Grube legt.

  • Maria Maria

    hier könnt Ihr J. Brel im Original sehen und hören, mit englischen Untertitel
    http://www.youtube.com/watch?v=TbhvoYYIdnQ&feature=related

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