© rosimerlin - aboutpixel.de
Heinrich Heine lebte 1835 in Paris, genoss das Leben und war sehr kreativ, legte sich mit einigen Franzosen an, deren politische Strömung ihn gern für sich vereinnahmt hätte, schrieb aber (unter anderem) viel lieber Liebesgedichte, die dann in der Sammlung “Neuer Frühling” veröffentlicht wurden. Die Nummer 34 ist ein freches kleines Stück über einen Abschied, den er wohl nicht so ernst nehmen konnte:
Der Brief, den du geschrieben,
Er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben,
Aber dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
Wenn man den Abschied gibt.
Ich seh ihn grinsen!
)))





















Hallo Lucida,
hier noch ein Abschiedsgedicht von einem anderen Dichter, der ganz der Romantik verhaftet ist. Unterschiedlicher können themenverandte Gedichte kaum sein …
.
Abschied
O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt’ger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft’ge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!
Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!
Da steht im Wald geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte, schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Wards unaussprechlich klar.
Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.
Joseph von Eichendorff
Ich denke, in diesem Gedicht steht etwas darüber, warum Menschen sich gern in einem FriedWald beisetzen lassen.
Da steht im Wald geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Man munkelt ja auch immer, dass die Deutschen so ein spezielles Verhältnis zum Wald hätten. Das wäre mal ein anderer Blog!