Als ich mit meiner Schwester essen ging anlässlich des Todestages meiner Mutter, begegnete mir eine Postkarte. Darauf ein Mann, der in seinen Händen einen offenbar einzupflanzenden Baum schützt und hält. Dreimal las ich “Waldschrat” – ganz egal, ob ich vorher schon gesehen hatte, dass es eine Einladung der Friedwald GmbH
war zu einer Waldführung. Beim vierten Mal entdeckte ich, dass hier offenbar doch nicht der *Waldschrat* gemeint war, sondern ein (Wort-)Spiel mit der Anwaltschaft.
Mir ist es VIEL lieber, dass ich einen traditionellen Ort habe, wo ich hingehen kann, um meiner Mutter zu begegnen – auch wenn ich schon länger “weiß”, dass von meiner Mutter nur mehr die Knochen an dieser Stelle liegen, wo ich hingehe. Dennoch bin ich vorsichtig, wenn ich die Grabpflege tue. Die mir Teil meiner ganz persönlichen Trauerarbeit zu sein scheint. Für mich ist es wichtig, dass ein Grab gepflegt aussieht. Dafür darf auch gern die Hilfe von Profis in Anspruch genommen werden. Und mir ist bewusst, dass das MEINE Sicht ist. Andere mögen es anders entscheiden – das ist IHRE Entscheidung.





















Hallo etolm,
wie schön, dass Sie auf diese Postkarte gestoßen sind! Die Postkarten wurden in Berliner Kneipen verteilt, um auf den FriedWald Fürstenwalde in Brandenburg aufmerksam zu machen.
Und nun die Gretchenfrage
: Werden Sie mal an einer Waldführung dort teilnehmen, um die Naturbestattung besser kennen zu lernen – obwohl Grabpflege für Ihre Trauerarbeit so wichtig ist? Denn im FriedWald übernimmt ja schließlich die Natur die Grabpflege.
Viele Grüße
Andrea Amerland
Hallo Frau Amerland,
Ich sah vor einiger Zeit bei einer Bestattungsfirma im Schaufenster schon einen solchen Hinweis. Las alles interessiert und finde es allemal eine schöne Alternative zur anonymen Bestattung auf einem Friedhof. Ungewöhnlich beerdigen lassen dürfen sich gern andere Menschen. Ich glaube nicht, dass ich derzeit “mutig” genug bin, um so einer Führung beizuwohnen. Ich finde es jedoch gut – siehe andere Beiträge – wenn das Thema Abschied (und der Tod ist ja ein Abschied) deutlicher sichtbar wird im ganz normalen Alltag – statt immer wieder totgeschwiegen zu werden. Vielen Dank also für diese Aktion (und dieses Blog, dem ich wünsche, dass es weiter “lebt”.)
Viele Grüße
etolm
[...] Artikel wurde schon einmal sehr ähnlich via Abschiedsvorstellung.de veröffentlicht; hier findet er sich als “Datensicherung” unter dem gleichen Datum hinterlegt. [...]