Das Licht legt auf seiner langen Reise durch das Universum pro Sekunde eine Distanz von 299 Millionen 792 Tausend 458 Kilometern zurück. Eine rasende, eine schier unglaubliche Geschwindigkeit. Oder wie vielleicht Captain Kirk sagen würde: „Ganz schön fix“. Und dennoch nur ein Schneckentempo, wenn man bedenkt, dass das Licht zum Teil Milliarden von Jahren unterwegs gewesen ist, bis wir einen Blick auf so manche weit entfernte Galaxie, einen Stern oder einen Nebel im Universum werfen können.
Mit bloßem Auge sind die meisten Gebilde, die uns umgeben, nicht sichtbar. Ein Sternengucker kann zwar mit einem handelsüblichen Amateurteleskop bereits einige interessante und faszinierende Objekte am Nachthimmel entdecken, sucht man aber zum Beispiel die älteste uns bekannte Galaxie, benötigt es ein wenig mehr an Ausrüstung. Da das Weltraumteleskop Hubble nur für Astronauten zu erreichen wäre, müssen wir auf irdische Sternwarten ausweichen, um die Galaxie, welche auf den einprägsamen Namen A1689-zD1 hört, näher betrachten zu können. Aber nicht jede beliebige Sternwarte ist hierzu geeignet. Das „Large Binocular Telescope“ (LBT) in Arizona müsste es schon sein. Das LBT ist mit zwei gewaltigen Spiegeln von jeweils 8,4 Metern Durchmesser versehen. Das sind beeindruckende 110 Quadratmeter Spiegeloberfläche. Doch selbst diese Vier-Zimmer-Wohnung aus geschliffenem Glas reicht gerade mal eben so aus um an der optischen Oberfläche des jungen Universums zu kratzen.
Ein Augenblick – oder Millionen von Jahre
Schauen wir nun also nachts durch das LBT, begeben wir uns auf eine Reise durch die Zeit. Eine rund 13 Milliarden Jahre währende Zeitreise in die Vergangenheit, um genau zu sein. So alt schätzen Forscher nämlich A1689-zD1. Und dennoch ist das alles wohl nur ein astronomischer Augenblick. Vielleicht eine kosmische Woche, in der unsere Milchstraße und Millionen andere Sonnensysteme entstanden sind. Eine Momentaufnahme, in der sich die Erde aus einem Konglomerat von unzähligen Atomen, Gasen und Staub bildete, Kontinente und Gebirge entstanden, sich der erste Einzeller entwickelte, die Dinosaurier auf unseren Planeten kamen und ihn wieder verließen oder der erste Mensch den Mond betrat. All dies geschah, während A1689-zD1 sein Licht in das Universum schickte oder heute noch schickt. Denn gemessen an dem, was Astronomen rechnen, sind selbst Millionen Jahre eine vergleichweise kurze Zeitspanne, in der das menschliche Leben allenfalls dem einer Eintagsfliege gleicht.
Wie es dem astronomischen Oldie heute geht, werden wir niemals erfahren. Fakt ist, dass die Galaxie heute nicht mehr so aussieht, wie sie es vor 13 Milliarden Jahren tat, denn in dieser Zeit sind dort unzählige Sterne entstanden und wieder verschwunden. Sollte sich die Galaxie vor, sagen wir mal 5 Milliarden Jahren, in einer gewaltigen Supernova aufgelöst haben, wir würden das nicht mehr sehen können, denn das Bild, welches von dieser Explosion ausging, würde die Erde nicht mehr erreichen. Warum das so ist, ist schnell erklärt. Unser Heimatplanet hat selbst nur noch rund 4 Milliarden Jahre Existenz vor sich, bevor sich unsere Sonne zu einem roten Riesen aufblähen und Merkur, Venus, die Erde und den Mars verschlingen wird.
Reise in die Vergangenheit
Was uns noch bevor steht, könnte sich dereinst auch auf einem Planeten in den Weiten von A1689-zD1 abgespielt haben. Eine Spezies entstand. Vielleicht sogar eine, die dem Mensch, der angeblichen Krone der Schöpfung, um ein Vielfaches überlegen war. Eine Kultur, die vielleicht kriegerisch wie der Mensch gewesen ist. Vielleicht waren es aber auch Künstler und Denker, die ein Leben lebten, wie es sich Gene Roddenberry in seinem Star Trek Universum ausgemalt hatte. Glückliche Wesen, die durch Raum und Zeit reisen konnten, die vor ein paar tausend Jahren freundlich den Mayas zu gewunken haben und deren Heimatplanet eines Tages und in grauer Vorzeit von seiner Sonne verschluckt wurde. Wer weiß.
Vielleicht sollte man sich dessen einmal bewusst werden, wenn man in einer klaren Nacht in den Sternenhimmel schaut. Ein Blick zu den Sternen ist immer eine Reise in die Vergangenheit, niemals in die Zukunft. Und vielleicht öffnet manch einer unter uns sein Bewusstsein und verabschiedet sich von der Illusion, dass wir allein sind in einem Universum, dessen Größe und Dimensionen der menschliche Verstand nicht einmal ansatzweise erahnen kann.





















Wunderbar, dieser wisenschaftliche, logische Blick auf diese Zusammenhänge. Mein Zugang zu dieser Dimension des Universums war ein anderer und ich bin heilfroh, dass durch solche Erkenntnisse meine logische, wissensdurstige Seite Futter erhält. Ganz andere Illusionen wie die der “festen Materie” als unumstößliche Wahrheit gilt es ebenfalls zu verabschieden. Wenn es aber die feste Materie in diesem Sinne nicht wirklich gibt, wo sind dann die Grenzen zwischen den Dingen, hört der Fels wirklich da auf, wo wir es annehmen zu sehen? Hieße dies dann nicht auch, die vermeintliche Trennung zwischen ICH und DU als Illusion zu erkennen, sich davon zu verbschieden? Die logische Konsequenz der Wertschätzung und Anerkennung des Gegenüber ist einer der Schritte, den wir als Menschen am meisten BEKRIEGEN, im wahrsten Sinne des Wortes. Schön, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich dieser Themen bewusst werden!