
Alleine - Foto: privat
Annelie fiel, im wahrsten Sinne des Wortes ins Koma. Ich hatte sie nach dem allabendlichen Ritual, dem langen und gründlichen Zähneputzen, an ihr Pflegebett gefahren.
Sie war in den letzten Monat zu schwach zu laufen, so schob ich sie in einem von mir umgebauten Stuhl mit Rollen, ich hatte ihr eine weiche Kunststoffunterlage gebastelt, und den ich als Toilettenstuhl seiner Bestimmung benutzen konnte. Das Kopfteil ihres Bettes war, wie immer hochgestellt und half ihr auf die Bettkante. Aber diesmal fiel sie nicht zur Seite, sie fiel mit großen, erstaunten und wohl um ihr Ende wissenden Augen nach hinten.
“Ist nicht schlimm, Schatz, ich leg dich ganz vorsichtig richtig hin.” Ich musste ihr immer genau sagen, was ich als nächstes für sie -mit ihr-machen würde. Dieses Morphium, das unaufhörlich in ihren Körper hineingepumpt wurde, welches ihre Schmerzen linderte, aber sie langsam in den letzten Tagen ihres Lebens in ihre Kindheit zurückversetzte, die diese Krankheit mit den immer mehr werdenden Metastasen aber auch nicht mehr heilen konnte, war für Anne wohl wichtig, für mich ein Monat Hölle mit einem lieben Menschen. Um 00.05 Uhr starb mein Engel –Gott sei Dank—-





















Abschied bedeutet, einen geliebten Menschen loszulassen, ohne ihn zu verlieren, sondern in liebevoller Erinnerung zu behalten. Die Erinnerung ist das Gedächtnis des Herzens. Und was man im Herzen trägt, kann man nicht verlieren. Abschied bedeutet auch immer, den Beginn eines neues Weges, eines neuen Lebensabschnittes.
Liebe Silvia
ich bin im letzten Jahr viele Wege gegangen, aber es schmerzt immer noch und ich bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf. Trotzdem vielen Dank für Ihre lieben Worte, es wird schon.
Harald
Liebe Silvia,
die Worte über den Abschied, wenn man das Liebste, was man jeh im Leben hatte, durch plötzlichen Tod verloren hat, kann ich auch nach 2 Jahren keinen neuen Weg beginnen, ich kann auch nicht mit den Erinnerungen positiv umgehen, sie tun einfach nur weh. Ich arbeite aber jeden Tag aufs Neue daran einen Weg zu finden.
Liebe Grüße
Gloria
Ich habe Ihre Worte zum Abschied Ihrer geliebten Frau gelesen. Ich habe meinen geliebten Mann durch einen plötzlichen Unfalltod verloren und komme mit dem Verlust nicht wirklich zurecht. Alle guten Sprüche von Freunden und Bekannten höre ich mir zwar an, aber sie wissen nicht wovon sie reden, weil sie dieses Schicksal nicht ertragen müssen. Da kommt dann auch der Standardspruch: Das Leben geht weiter, ja sicher, aber Menschen die das so pauschal sagen, wissen nicht wie. Ich wünsche Ihnen auch viel Kraft.
LG
Gloria
liebe Gloria,
es ist genau wie Sie es so treffend schreiben, es fehlt nur noch der Zusatz – die Zeit heilt alle Wunden. Mein Mann verstarb vor knapp 16 Monaten ganz plötzlich und ohne eine Vorwarnung. Erst jetzt begreife ich immer mehr,wie sehr wir in den vielen Jahren zu einer Einheit verwachsen sind, und wie unendlich ich ihn vermisse. Erinnerungen tun einfach immer wieder sehr weh, aber irgendwie schafft man es, seinen Verpflichtungen trotz Tränen in den Augen nachzukommen.
Mit liebem Gruß
Gerlinde
Es ist sehr schön, wenn man über den Abschiedsschmerz, die Hoffnung auf einen Neuanfang haben kann.