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Manchmal kann man es auch nicht erwarten, oder nicht ertragen, bis der Abschied endlich kommt. Ich denke nicht nur an Wurzelbehandlungen, Besuche bei Verwandten, mit denen man sich nur biologisch verwandt fühlt, oder an den letzten Nachmittag im Büro vor dem Jahresurlaub. Ich denke an ehemalige Liebesbeziehungen, die sich in endlose Hass-/Anöd-/Einander-fertig-mach-Beziehungen verwandelt haben.
Ich hab mal wieder einen Abschiedssong. Ein Werk unseres von fast allen geliebten Herbert (Grönemeyer). Diesmal kopier ich hier nur den Refrain rein, das Stück wird ja bis heute viel gespielt (das lässt tief blicken!).
Flugzeuge im Bauch
Gib mir mein Herz zurück
Du brauchst meine Liebe nicht
Gib mir mein Herz zurück
Bevor es auseinanderbricht
Je eher Du gehst
Um so leichter wird’s für mich
Komplett auf http://www.letzte-version.de/songbuch/4630-bochum/flugzeuge-im-bauch/
Da ist eine/r noch nicht ganz so weit, selbst den Bettel hinzuwerfen, möchte es trotz aller Qualen noch dem anderen überlassen, den Horror zu beenden. Der/die andere ist ja auch innerlich schon längst gegangen, von positiv gepflegter Beziehung kann keine Rede mehr sein, also soll er/sie doch bitte auch richtig Schluss machen. Das Opfer will noch ein bisschen echter Opfer sein, nicht mehr nur emotional verlassen, sondern dann bitte auch ganz und total und völlig, auch nach außen hin und klar und öffentlich. Schluss mit der quälenden Fassade; und nach dem offiziellen Abschied kann dann endlich der Rest des Lebens beginnen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. So der ergänzende Beitrag des deutschen Sprichwort-Schatzes. Vielleicht findet das Song-Ich noch den Punkt, an dem es selbst die Fassade einreißen kann und Schluss macht. Manche Abschiede wollen in die Hand genommen sein.





















es gibt auch menschen, die weder von dem einen, noch dem anderen abschied nehmen können – also weder von der beziehung, noch von der sogenannten “freiheit”. dann kann es auch in einer dieser wie lucida es nennt “endlose anöd- oder einander-fertig-mach-beziehungen” enden. dazu ein passendes kleines gedicht:
manche reden immer
von ihrer freiheit
und meinen nur
ihre angst vor einer liebe
die größer werden könnte
als ihr egoismus