Sie ist die Mutter meiner Mutter und ich hatte nie ein herzliches Verhältnis zur ihr. So mit ungefähr 14 Jahren fragte mich eine Nachbarin, der diese Frage wohl schon länger auf der Zunge lag: “Gibt es da einen besonderen Grund, weshalb du zu deiner Oma “Mutter” sagst?????
Das war mir gar nicht bewusst. “Man” hatte mir als Kleinkind nicht beigebracht Oma zu sagen, daher sagte ich das, was meine Mutter zu ihrer Mutter sagte. Und erst mit 14 Jahren machte mich jemand darauf aufmerksam. “Ja … Mama”, fragte ich meine Mutter,”warum ist das so?” Meine Mama sichtlich verwirrt und auch etwas betroffen: “Meine Mutter wollte nicht schon so früh OMA SEIN. Daher haben wir dir diese Wort nie in den Mund gelegt.” Nur zur Information: Meine Mutter war eine sogenannte Spät-Gebährende als ich auf die Welt kam. Langes Herumgerechne kann man sich ersparen.
Einige Jahre später, meine Oma war jetzt ungefähr 65, schrieb sie mir von irgendwo her eine Ansichtskarte und ganz unten stand: Deine OMI! Neee … kopfschüttel … das geht gar nicht – mit mir. Je älter sie wurde, desto mehr suchte sie meine Nähe. Aber sie konnte nur ernten was sie gesät hatte … Zumal ich auch immer noch die Anweisungen zu ihren Geburtstagen im Gedächtnis hatte: “Und wenn dich hier jemand aus dem Haus fragt, wie alt ich geworden bin, dann sagst du …”
Eine dubiose Geschichte
Und dann kam eine dubiose Geschichte als Erklärung, warum sie lügen würde. Als sie dann schon weit über 90 Jahre war, meine Mutter damit drangsalierte, auf jeden Fall zuhause wohnen bleiben zu wollen – obwohl sie sich in mancher Verwirrung in den Teppich rollte und vor die Wohnungs-Tür legte … kam sie ins Krankenhaus. Die Ärzte gaben meiner Mutter eindeutig zu verstehen, dass sie auf keinen Fall mehr damit rechnen kann, sie noch einmal nachhause zu holen … Lange, lange Zeit, noch heute hat meine Mum Tränen in den Augen, wenn sie das erzählt. Sie ist – gegen aller Erwartung – gesundet und konnte nun nicht mehr nach hause, weil es aufgelöst war. Sie kam also in einen Senioren-Stift. Meine Grußmutter selbst hatte aber wohl das Gefühl von zuhause. Wenn meine mum sie bei sich hatte und sie wollte Heim, sagte sie, sie wolle jetzt nachhause.
ADELE – so nannte ich sie am liebsten – respektvoll aber nicht aus dem Herzen heraus, wurde über 94 Jahre. Damals war ich noch selbst sehr intensiv in der Hospizbewegung tätig und saß oft bei ganz fremden Menschen, um sie zum Ende hin zu begleiten. Eines nachts rief mich meine Mum an. ADELE sei verstorben. Die Nachtschwester des Stifts habe angerufen. Sie hat uns nicht die Möglichkeit gegeben, uns von ihr zu verabschieden. Später, als ich mit meiner mum in dem Stift war, um ADELE noch einmal zu sehen und ihre Sache zu holen, erzählten die Betreuerinnen, dass sie bei ihrem Rundgang durch die Zimmer, noch um 2.00 Uhr darum gebeten habe, sie zur Toilette zu bringen. Eine halbe Stunde später war sie bereits gegangen. DAS IST ADELE!!! Häufig erwähnte sie früher, dass man sie auf gar keinen Fall in ihren unter sich gelassenen Ausscheidungen finden sollte … Sie hatte gewusst, dass sie geht und sich ganz bewusst noch einmal zur Toilette bringen lassen.
Nach Venlo ins Krematorium
Tja, und mit 94 Jahren hatte sie ALLE Freunde und Verwandte außer meiner Mum, meinem Vater und meinem Bruder überlebt. Seit ihrem 80. Geburtstag war sie auch stinke-sauer auf den Pfarrer, weil er nicht erschienen ist zu der Geburtstag-Feier. Sie hatte ab dem Tag nichts mehr mit Kirche im Sinn und wollte auch nicht von “denen” unter die Erde gebracht werden. Dann sah sie mal einen Bericht, in dem die Asche verstreut wurde, in einem Wald. SO WOLLTE SIE DAS AUCH! Wir haben meine Großmutter dann in Holland (Venlo) zum Krematorium überführen lassen. Dort wurde sie verbrannt. Erst 3 Monate später wurden wir benachrichtigt, dass wir der Asche habhaft werden könnten.
Wir schmissen uns in Schale, bewaffnet mit einem CD-Player und einer CD auf der ihr Lieblings-Psalm (Der Herr ist mein Hirte) vertont war und einem ausnehmend schön gestaltem Herz aus roten Rosen. Sehr feierlich wurden wir in die kleine Kapelle geleitet, um die Urne entgegen zu nehmen. Man bot uns an, dass uns jemand in den Park um das Krematorium begleitet und ob wir uns schon eine Stelle ausgesucht hätten. (Das hatten wir schon einige Tage vorher gemacht und waren sehr positv angetan von der ganzen Atmosphäre in diesem “Urnen-Verstreu-Park”. Überall lagen Blumen, Gestecke … es war nicht wie ein Friedhof…e in Park!)
ADELES Asche wird verstreut
Meine Eltern und mein Bruder rissen sich nicht darum, den kleinen Hebel herauszuziehen, sodass unten die Asche herausfiel. Also machte ich das. Wie gingen zu dem Platz in der Sonne, den wir ausgesucht hatten, auf einer kleinen Anhöhe, an einem Baum. Stellten uns auf. Sprachen gemeinsam, mit Musik-Untermalung das “VATER-Unser”. Dann jeder einige Abschiedsworte. Und während der Lieblings-Psalm ADELES spielte … ließ ich ihre verbliebene Asche in Form einer liegenden 8 (Zeichen für Unendlichkeit) auf den Waldboden rieseln.
Als nichts mehr rieselte, sahen wir uns alle an und hatten ein gutes Gefühl. Wir waren davon übrzeugt, dass es ihr gefallen hätte. Die kleinen Perlen in den Rosenköpfen blitzen in der Sonne. Im Wohnzimmer meiner Mum hängt ein Bild von ihr. Dort stehen immer Blumen. Zu besonderen Tagen auch eine Kerze. Sie lebt in unseren Herzen. Meine Mutter und mein Vater wollen auch ganz genauso “ätherisiert” werden. Ich hingegen möchte, dass meine Asche – wahrscheinlich ist es nicht erlaubt und muss heimlich gemacht werden … lach … aber dazu lass ich mir noch etwas einfallen – in ein fließendes Gewässer geschüttet wird.
Abschiedsvorstellung
Die Vorstellung in einer teuren Kiste, die den Verfall noch verlängert, unter der Erde, mit wachsenden Fingernägeln und Haaren von Würmern und Maden aufgefessen zu werden … neee … DAS GEHT GAR NICHT. Und wenn ich mir vorstelle, wie meine Schwiegereltern, die Zeit ihres Lebens reichlich an Tabletten eingenommen haben, die Umwelt verschmutzen, damit die Nachbarn später sagen können: Das war eine große Beerdigung! Und so viele Kränze! Nein danke. Das, was da entsorgt wird ist einzig und allein das verbrauchte Vehikel.
DAS, WAS DIE PERSÖNLICHKEIT des Hinübergegangenen ausmacht, die Seele, der Ätherkörper, hat sich innerhalb von ca. 3 Tagen vom physischen Körper gelöst und ist aufgestiegen in Himmlische Reiche. Ist abgeholt worden von Engeln. Darf jetzt 6 Monate schlafen um unschöne Erinnerungen zu vergessen. Sie liegt auf Blumen gebettet, es riecht gut, es ist warm und hell, Engel träufeln ihre Essenzen auf die Seele. Dann bekommt die eine Einladung, vor dem Karmischen Rat zu erscheinen. Dort stehen 2 Engel. Einer der aus dem Buch des Lebens vorliest, was hervorragend gemeistert wurde. Einer liest vor… was verbesserungswürdig ist … UND DAS ist ihr KARMA. In dem Maße, wie sich das Gewissen der Seele nun regt, bedauert, so oder so gehandelt zu haben … in dem Maße bekommt es die Aufgaben und Prüfungen im nächsten Leben zugeteilt. Aber auch hier wird geholfen. Große Kosmische Wesen geben Hilfen, wie sie diese Aufgaben – landläufig sagen die Menschen Schicksalsschläge – bestens meistern können.
KEINER FÄLLT TIEFER ALS IN GOTTES HAND.
Und KARMA ist das, was aus der Bibel gestrichen wurde, weil es lukrativer war, Ablass-Briefe zu verkaufen. Es gibt Kosmische Gesetze. Sie sind nicht von Menschen gemacht. Sie haben Gültigkeit für jedes Leben. Wirken tun sie aber nur in ihrer Fülle für die, die einen energetischen Ausgleich zu geben bereit sind. Das war der unpersönliche Dienst an den Menschen ohne Gedanke an Entlohnung.
Licht und Liebe und Unterscheidungskraft





















… so gerne und mit Schmunzeln in den Augenwinkeln habe ich diese Geschichte über die Großmutter Adele gelesen. Ich bin noch neu hier und so gehört diese wunderbare Erinnerungsgeschichte zu einer der Ersten die ich hier in diesem Forum las. Auch ich glaube daran, dass uns Engel begleiten, in dieser oder in jener Welt!
Lieber Gruß
Gabriele
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