Es ist vorbei: Jade Goody ist heute an ihrem Krebsleiden gestorben, berichtet bild.de. Am Morgen trat Goodys Mutter demnach noch im Schlafanzug vor die Tür des Hauses in Upshire (England), um den Tod ihrer Tochter der Presse mitzuteilen. Die 27-jährige “Big-Brother”-Kandidatin Jade Goody hatte ihren Weg in den Tod medial vermarktet wie wohl nie ein Mensch zuvor und damit eine Schlagzeile nach der anderen ausgelöst. England erlebte eine Reality-Show der makabren Art, wie viele meinten. Die Zahnarzthelferin ohne Schulabschluss verfolgte bis zur letzten Sekunde angeblich nur ein Ziel: Mit dem Sterben in Echtzeit wollte sie für die beiden Söhne, die sie nun zurückließ, so viel Geld als irgend möglich verdienen. Heiligt dieser Zweck die Mittel?
Sätze wie “Ich habe vor den Kameras gelebt”, so Goody, “jetzt werde ich halt vor ihnen sterben” und all die anderen TV-Skandale, die die Britin auslöste, machen es einem schon ein wenig schwer, dieses gute Ziel einfach so zu akzeptieren. Jade Goody hatte Sex vor laufender Kamera, tat sich in der englischen “Big-Brother”-Staffel mit rassistischen Äußerungen gegen die indische Schauspielerin Shilpa Shetty negativ hervor, die sie, selbst ein Underdog, mit den Worten: “Geh zurück zu den Slums” diffamierte. Auch die Diagnose “Gebärmutterhalskrebs” erhielt Goody im August 2008 vor laufender Kamera. Fortan war sie der Liebling der britischen Boulevardpresse.
Anfang März 2009 hatte Goody sich zusammen mit ihren fünf und vier Jahre alten Söhnen Bobby und Freddy im Krankenhaus taufen lassen. Ende Februar hatte sie – wieder vor laufenden Kameras - ihren sechs Jahre jüngeren Freund Jack Tweed geheiratet. Jeder konnte schließlich miterleben, wie sie infolge der Chemotherapie ihre Haare verlor und immer schwächer wurde. Mehr als eine Million Euro soll sie dadurch eingenommen haben. Selbst Premierminister Gordon Brown befürwortete ihr Ziel, Geld für die Kinder verdienen zu wollen
England war Zeuge einer “Truman Show”, in der die Hauptdarstellerin im Gegensatz zum Versicherungsangestellten Truman Burbank (Jim Carrey) allerdings weiß, dass ihr Leben live im Fernsehen übertragen wird. Der Hollywood-Film auf der einen Seite, die britische Reality-Show auf der anderen Seite, zeigen, welchen Einfluss die Medien auf einen Einzelnen haben können. Der Verlust der Privatssphäre ist für viele Menschen ein zu hoher Preis. Nicht so offenbar für Jade Goody. Die Grenzen zwischen Schein und Sein, zwischen öffentlich und privat hat es in ihrem Leben irgendwann einmal nicht mehr gegeben. Mit der Diagnose Krebs glaubte sie, nichts mehr verlieren zu können.
Allerdings ließ sie den Moment ihres Todes nicht von TV-Kameras filmen. Immerhin. Mit dem Wissen, ihr Ziel erreicht zu haben, ist sie gestorben. Für ihre Kinder wird sie jetzt “ein Stern im Himmel sein”, so bild.de. Hoffentlich. Denn der Rummel ist noch nicht zu Ende. Angeblich hat Goody auch ihre eigene Trauerfeier bis in kleinste Detail medial verplant. So soll sie Presseberichten zufolge ihren Sarg, die Musik, selbst den Trauerredner ausgesucht haben und für TV-Leinwände vor der Kirche gesorgt haben, damit die zu erwartenden Menschenmassen die Trauerfeier mitverfolgen können. Von sieben Autos ist die Rede, die den Trauerzug mit dem Leichnam zur Kirche begleiten, darunter ein Daimler, der angeblich einmal Queen Mum gehörte, schreibt das Blatt “The Sun”. In einem elfenbeinfarbenen Kleid und mit einem Foto ihrer beiden Söhne soll Goody beigesetzt werden, hieß es.
Am 30. April erscheint zudem ihr Tagebuch “Jade – The Story Of My Battle Against Cancer”. Das Buch dokumentiert die letzten Monate von der schrecklichen Krebs-Diagnose bis hin zu ihrer Hochzeit mit ihrer großen Liebe Jack Tweed und der Taufe ihrer Kinder.




















