… Memento mori!

“Mors certa, hora incerta” – Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss.

vergänglich

© Angie Lingnau - Fotolia.com

“Gedenke, dass du stirbst” – so lautet die oft zitierte Übersetzung von “memento mori”. Einmal umgedreht gedacht, verstehe ich in dieser Aussage den Hinweis auf das bewusste Erleben des Moments. Wir wissen zwar, dass wir sterben. Jedes Kind lernt das im Laufe seiner Entwicklung, teilweise aufgrund schmerzlicher, einschneidender Erlebnisse. Aber wirklich bewusst ist es uns nicht.  “Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter”, hat ein schlauer Mensch einmal gesagt. Ich halte das gar nicht mal für so schlau, wenn ich auch diesen Satz aus einem anderen Blickwinkel betrachte.

Alleine die Vorstellung, dass es uns in jeder Minute, in jedem Augenblick bewusst wäre, dass wir jetzt sterben könnten – was sollte uns dann noch davon abhalten, unser Bewusstsein mit bösen verbotenen Stoffen zu erweitern, unserem Gesprächspartner zu sagen, was wir wirklich von ihm halten, dem Nachbarn den Biomüll über den Zaun zu kippen oder …  Den Möglichkeiten wären keine Grenzen gesetzt.

Wie viele Dinge gibt es dennoch, die jeder in seinem Leben machen will und dann doch nicht beginnt, weiter macht oder gar vollendet. Wenn er Glück hat, stehen am Ende weniger Dinge auf seiner Liste. Doch auch wenn nicht – wer sagt, dass jenes Leben weniger glücklich verlaufen ist? Vielleicht hat dieser Mensch sein Leben und dessen Momente viel besser für sich genutzt.

Letztendlich entscheidet sowieso jeder selbst, was er tun will und was er davon alles wirklich tun wird. Ich will auf jeden Fall mal nach Thailand. Mal sehen, ob es die Urlaubskasse erlaubt und ich dieses Jahr noch fliegen werde. Aber wie war das noch gleich mit den von Palmen fallenden Kokosnüssen …

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Ein Kommentar

  • “Mement mori” – Gedenke des Todes ist ein Motiv, dass sich in der Literatur- und Geistesgeschichte immer wieder findet. Im Mittelalter ist der Gedanke an die Allgegenwärtigkeit des Todes und die Vergänglichkeit alles Irdischen immmer heilgeschichtlich-religiös. Es ging um die Vergänglichkeit und Nichtigkeit menschlicher Existenz vor dem Hintergund, das Paradies und das Ewige Leben verspielt zu haben. Der Mensch muss sich demnach auf Erden bewähren, um ins Himmelreich gelangen zu können. Dieser Aspekt hat für viele Menschen inzwischen an Bedeutung verloren.

    Für mich bedeutet “Memento mori” heute, dass man sein Leben leben sollte, es genießen und Dinge tun sollte, die einem wichtig sind. Es sind nicht unbedingt die Karriere, das Geld oder der Status, die einen glücklich machen und wirklich wichtig sind. Eigentlich sind es ganz andere Dinge: das private Glück, lieben und geliebt zu werden, ein schöner Abend mit Freunden, eine Auszeit vom beruflichem Stress, ein Urlaub und und und … Ich finde das Lied “Endlich” von Silbermond bringt ganz gut auf den Punkt, was ich meine:

    Wir tragen alle Zeit in unsren Händen
    Sei unbesorgt, denn ich beschütze dich
    Doch die Angst um dich, sie wächst mit jeder Stunde
    Weil alle Zeit der Welt vergänglich ist

    Egal ob es dir gefällt oder ob es dich umbringt
    Es wird alles irgendwann zu Ende sein
    Die Einsicht bleibt, dagegen sind wir machtlos
    Lass es für immer sein, komm her und frier es ein

    Ich weiß, dass alles mal zu Ende ist
    Weil nichts für immer ist

    Doch es ist Zeit, die nicht verschwendet ist
    Weil du sie nicht vergisst

    Ich weiß, dass alles irgendwann zerbricht
    Doch im Moment ist das so unwichtig
    Weil du es nie vergisst
    Weil der Moment es ist
    Der unsterblich ist

    Wir können nicht ändern, was zu ändern nicht gemacht ist
    Denn auch du und ich, wir sind nicht mehr
    als Freischwimmer im Fluss der Zeit
    Also lebe jeden Tag als wär’s dein Erster
    Leb jeden Tag als wär’s das Letzte was du tust

    Wir wissen beide, dass es endlich ist
    Weil nichts unendlich ist
    Doch solange du hier bei mir bist
    Interessiert das nicht
    Ich weiß, dass alles irgendwann zerbricht
    Doch im Moment ist das so unwichtig
    Weil du es nie vergisst
    Weil der Moment es ist
    Der unsterblich ist

    Für immer
    Für immer ist es nicht
    Nichts ist für immer
    Für immer

    Leb jeden Tag als wär’s das Letzte was du tust

    Diverse Videos zum Song gibt es – natürlich! – im Internet:
    http://www.myvideo.de/watch/4620292/Silbermond_Endlich

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